Moin Moin,

es ist mal wieder ein bisschen was passiert hier im Land der Eisbären und des Ahornsirup:

Freitag, 13.9.13
Es klopft an der Tür. Ich wache auf. Es ist Georg. Ich war den Abend vorher früh ins Bett gegangen, da ich mich doch ein bisschen mehr von der Teamraceparty erholen musste. Georg fragt, warum wir noch nicht auf sind. Ich frage, warum wir auf sein sollten. Georg sagt, dass es jetzt losgeht zu den Niagarafällen. Eine schöne Überraschung und so sitzen wenig später 7 fröhliche Deutsche 14s in einem gemieteten Dodge auf dem Weg zu den großen Wasserfällen. Die sind wirklich beeindruckend und wir ziehen das volle Touriprogramm durch. Mit Schlechtwetter-Erlebniskino in dem es blitzt, stürmt und schneit (Wirklich, kein Witz!), Dampferfahrt in die Wasserfälle, bis man nichts mehr sehen kann vor Gischt und pitschnass ist und einer Wanderung am Wildwasser. Endlich mal runter von der Insel und ein bisschen was vom Land gesehen. Dazu noch ein sehr nettes Dinner in einem netten Resaturant.

Samstag, 14.9.13
Heute gehts endlich ans Regattasegeln. zwar nur Practice Race, das nicht in die Wertung eingeht, aber immerhin. Hinterher sollte man wissen, wo man steht. Die gute Nachricht: Schon als wir noch im Bett liegen, hören wir das Heulen des Windes in den 63 14 Riggs vor unserem Fenster. Die schlechte Nachricht: Der Sommer ist irgendwie weg. Die letzten Tage hatten wir schönste 25 Grad und Sonnenschein, jetzt sind es 15 Grad weniger und graues Nieselwetter. Dazu ein ganz ordentlicher Wind um die 20 Knoten. Start soll um 13 Uhr draussen auf dem See sein, also sollte man gegen 12 Uhr gerne geslipt haben. Eike und ich können eine gewisse Vorfreude nicht verbergen. Unsere Bedingungen. Viele andere Teams können unsere Euphorie nicht ganz teilen, und um 11:30 als wir  unser Großsegel setzen sind noch immer auffallend viele Teams in Straßenklamotte.Darunter Tobi und Sven und auch Julian und Fabio. Im Hafen ist es sehr böig, wir brauchen 5 Leute um die 14 ins Wasser zu tragen, für den Slipwagen passt die Richtung nicht. Als wir rauskreuzen liegt ein Amerinkanischer Bieker 6 quer in der Hafenausfahrt und wir müssen eine andere nehmen. Der Weg raus unter Spi macht schon richtig Spaß und Richtung Start nimmt auch die Welle immer mehr zu. Zwar nicht so böse wie neulich, aber man muss sich beim Spibergen schon festhalten.Wir müssen noch ein bisschen auf unseren Start warten und so wird uns doch fast ein wenig kalt bis es losgeht. Blohm und Voß erwischen als einziges anderes deutsches Boot den besten Start am Pinend, wir folgen kurz danach und fahren mit dem Hauptfeld links raus. wir halten uns die ganze Kreuz knapp vor Katie und Nigel und lassen Charly praktisch stehen. Die Boote mit den neuen Harten Masten scheinen deutlich mehr Probleme zu haben den Druck loszuwerden. Kaum jemand fährt unsere Höhe mit und wir fahren nicht grade hinten rum. Tatsächlich erreichen wir als 8. Boot die Luvmarke. Olli hat sie als 2. erreicht, allerdings ist ihm kalt und so fahren Blohm und Voss nach Hause. Nigel und Katie übrigens auch. Den Downwind gehen wir im Pulk mit 2 Australiern und einem US Bieker 6 an, wir fahren einen tollen Bootspeed, nur setzen wir die Halse zu spät und runden knapp vor dem B6, während die Aussies ihre Spibergen versauen und zurückfallen. Die Kreuz matchen wir mit dem B6, der aber an der 2. Luvtonne abdreht und nach Hause fährt. Komisch, so schlimm sind die Bedingungen auch nicht. Tatsächlich macht das Segeln im Kräftigen Wind und mit ein bisschen Welle unheimlich Spaß. Also letzter Matchracegegner bleibt uns ein Australier, dem wir auf dem Dreieck einen komfortablem Vorsprung abnehmen und das auch bis ins Ziel (eine weitere Runde) halten. Das Rennen war schon ziemlich lang und kalt, aber wir sind sehr zufrieden. Unser Bootspeed kann sich sehen lassen und ich schaffe es, ein Setzmanöver blind zu fahren (Nachdem mir die Mütze über die Augen gerutscht ist) Vorne segelten in dieser Reihenfolge: Brad Devine, Dave Hayter, Douglas Pattison und Lindsay Irwin. Dann eine 10 min Abstand, dann wir. Zurück im Club gibt es heißen Kaffee und Käsenudeln. Großartig! Vorallem die heiße Dusche!
Anschließend hängen wir noch ein bisschen im Bootsschuppen rum, für den die Kanadier eine gigantische Dieselheizung, den Frostfighter, angeschleppt haben, und berichten von unseren Heldentaten. Auf den großen Fernsehern laufen viele Bilder vom heutigen Hafenkino und ein paar von der Bahn. Hafenkino scheint sehr spannend gewesen zu sein. Morgen geht´s endlich richtig los, mit Wertung und allem. Allerdings sind 2 Knoten in Böen 4 angesagt. Da jubeln leider ganz andere Teams. Aber schauen wir mal, was der Tag so bringt.

Gruß
Jan Martin

 

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