Moin Moin,

komme grade aus der Bar von einem netten Abend mit unseren Autralischen und Kanadischen Freunden zurück und will noch kurz vom Elend des heutigen Tages berichten:

Windfinder hatte heute für seine Station "Toronto Island" angenehme 14-16 Knoten Wind vorhergesagt, die allerdings mit einem Temperatursturz auf ca 10°C einhergehen sollten. Morgens beim Aufstehen sah es auch noch so aus, als würde genau das eintreten; sprich es war schweinekalt und ordentlich windig. Ich habe mir heute morgen das Frühstücksbuffet im CLub gegönnt, um mich auf den anstrengenden Tag vorzubereiten. Also: Bratkartoffeln, Rührei, Bacon, Pfannkuchen und Kaffee satt. Sehr zu empfehlen.

Am Dinghydock wurde mit allen Tricks gearbeitet, um sich auf die beißende Kälte vorzubereiten. Die älteren unter uns (Georg) packten sogar ihre Trockenanzüge aus. Tobi und ich füllten zumindest heißes Wasser in die Neoschuhe. Einige zogen sogar mehrere Neos übereinander, um sich auf 6 Wasserstunden bei Letzte Helden Bedingungen vorzubereiten.
13:00 sollte Start sein und Eike und ich wollten bei der Kälte auf keinen Fall den Fehler machen zu früh auszulaufen, um möglichst wenig zu frieren. Also ließen wir uns von der allgemeinen Hektik nicht anstecken und slippten im letzten Drittel der Flotte. Komischerweise war das ganz einfach. Irgendwie war nach dem Umziehen nämlich der Wind weg und die Sonne kam durch. 60 Minuten Später am Start reichte der Wind dann grade noch für einen Doppelsteher. Wir kamen an der Linie mit unserer neuen Starttaktik (Sehr früh einreihen) ganz gut weg und entschieden uns für die Kreuz für eine Links-Mitte- rechts Kombination, um erst einen guten Dreher und dann einen Windstreifen zu nutzen. Das war zu Anfang auch gut, nur war der Windstreifen irgendwann zu Ende und wir mussten uns durch ein langes Schwachwindfeld kämpfen, während auf der anderen Seite ca 30 Boote fröhlich mit Wind vorbeifuhren. Soviel dazu. Später kam noch dazu, dass wir einen grausamen Vorwindspeed fahren, solange die Welle uns überholt und nicht andersrum. An der Kreuz ging es einigermaßen, allerdings gibt es eine große Schwierigkeit: Der Wind ist so löchrig und drehig wie am Ratzeburger See und schlimmer, während das Wasser absolut konstant aussieht. Der ganze See ist von einem gleichmäßigen Wellenmuster überzogen und es gibt gerne 40° Winddreher und Änderungen in der Stärke zwischen Vorschiff und Doppelsteher ohne Vorwarnung. Wir spielen also das Spiel Mal-Kucken-wer-als-erster-eine-Bö-findet. Inzwischen sitzen wir schon die meiste Zeit im Boot, sind ins hintere Hauptfeld durchgereicht worden, verfüger aber immernoch über letzte Reste von Kampfgeist und verteidigen eisern auf jedes überholende Boot. Nach 2 1/2 Runden ist Bahnverkürzung und wir dürfen uns auf den 2h Heimweg machen. Auf der Liste steht ein schlechter 40. für uns, Eike und Georg verpatzen die Letzte Kreuz und kommen von Platz 7 auf Platz 15, einen vor Olli. Tobi und Sven triumphieren mal wieder bei Leichwind und liefern einen ordentlichen 25. Platz ab.
Ein durch und durch mieser Tag für die Deutsche 14 Flotte und auch bei den anderen sieht man nicht viele fröhliche Gesichter. Für uns ist das ganze hier, wie für viele andere auch, platzierungstechnisch gelaufen. Unser geheimer Wunsch einer Top30 Platzierung, nach den ersten beiden Tagen in greifbarer Nähe, hat sich wohl erledigt. Im Moment liegen wir auf 38, Tendenz fallend.
Morgen ist mehr Leichtwind angesagt und Übermorgen Layday. Ich habe den Nachmittag heute damit verbracht, dem Boot einen sehr radikalen Leichtwindtrimm zu verpassen (Mast so aufrecht, wie die Locheisen hergeben). Vielleicht bringt es ja was. Ansonsten haben wir nur noch die Chance, bei ein bisschen mehr Wind ein paar einzelne gute Rennen zu fahren. Die Stimmung im Team ist im Moment von einem skurrilen Galgenhumor geprägt.  Immerhin blieb nicht nur der Wind, sondern auch der Wintereinbruch aus und wir hatten strahlenden Sonnenschein und Milde Temperaturen.
Sehr zum Leidwesen der Leute mit mehreren Neos übereinander.

Schaun wir mal, was die nächsten Tage so bringen!

Gruß
Jan Martin

PS:
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