Die BSV – Hamburg KOPF ÜBER

 

Fr 18.12.2009 00:33

Moin Moin,

Es regnet! In Strömen! Den ganzen Tag!
Habe unser Boot schon gefunden und gehe nachher den Mast stellen, sobald es weniger regnet.

Mein Steuermann war auch nicht untätig:
http://sailinganarchy.de/ - etwas runter scrollen.

Der Hafen ist zwar Groß, aber sehr verschachtelt. bin gespannt, wie hier 100 Boote um die Wette segeln sollen.Gestern Abend waren hier

mindestens 30 Grad, heute nicht mehr. In den Straßen stehen Weihnachtsbäume und hängt Weihnachtsbeleuchtung.

Irgendwie sehr gewöhnungsbedürftig.

Bis Bald!
Gruß Jan Martin

 

So 20.12.2009 10:40

Moin Moin,

Regen ist vorbei, jetzt brennt die Sonne. Segeln war ich leider noch immer nicht, da unser Baum noch im Container ist und der Container erst morgen kommt. Eike und Georg haben ein ähnliches Problem. Also waren wir die letzten beiden Tage im Pazifik schwimmen.
Wasser hat um die 25 Grad und sehr geile Wellen.
Morgen geht´s aufs Wasser. Endlich!

Gruß Jan Martin

 

Mi 23.12.2009 12:19

Moin Moin,

Wir schreiben den späten Abend des 23. Dezember in Sydney.
Wir sitzen bei einem Pitcher Bier im Yachtclub und haben W-Lan Zugang.
Das segeln hier unten kann man in einem Wort zusammenfassen: Geeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiillllllllllllllllllllllllllllllll!
Es ist allerdings wie man hier sagt, "gusty, shifty und choppy" und vorallem Breezy. Also nicht die einfachsten Bedingungen.
Der Sydney Harbour ist kleiner als man erwartet, aber wir waren gestern schon unten an der Oper und der Brücke zum Sightseeing, mit Boot natürlich. Auf dem Weg dahin kommt man an der Hafeneinfahrt vorbei, wo bei der Momentanen Windrichtung der Pazifikschwell reindrückt. Wenn man mit annähernd 20 kn ankommt und plötzlich auf massive Wellen trifft, wird es schon lustig.
Heute hatten wir zum ersten Mal unser geliehenes Velocitec an Bord. Wir haben unter Spi 19.2 kn geloggt, allerdings war heute auch am wenigsten Wind in den letzten 3 Tagen. Über Wetter und Wasser braucht man nicht viel sagen: 28° Luft, 25°Wasser. Perfekt. Trotzdem braucht man den langen Neo. Die Briten haben angeblich schon Haie gesehen, die das gekenterte Boot umkreisten, wir bis jetzt nur riesige Stachelrochen.
Manly ist übrigens die Partymeile in Sydney. Hier steppt jeden Abend der Bär.
Unser Segelclub ist allerdings ein Restaurant mit täglicher Segelshow. Es gibt hier sogar einen Türsteher.
Wir haben auch schon jede Menge neue Leute getroffen und wenn man denkt, die Amis sind lustig, muss man erstmal die Kanadier erleben.


Bis Bald.
Gruß Jan Martin und Eike und Eike

 

 

 

 

 

 

 

So 27.12.2009 04:25

Moin Moin,

Es regnet. Seit drei Tagen herrscht hier ziemlich Norddeutscher Nieselregen vor. Gestern war dazu wenigstens noch Wind, aber das hat sich inzwischen auch erledigt. Wir haben uns heute bei 8-10 Knoten und viel altem Schwell ordentlich durchschaukeln lasse, ohne recht voranzukommen. Ich wünsche mir inzwischen lieber 20 kn als 10 für die WM. Wenigstens unsere Manöver klappen immer besser. Haben heute 100 Wenden und keine Ahnung wie viele Halsen gefahren!
Gestern haben wir uns den Start vom Sydney Hobart Race angekuckt. 100 Yachten, 500 Zuschauerboote (so wenig wie noch nie) und 12 (!) Hubschrauber in der Luft.
Langsam wird es immer voller hier. Lauter bekannte Gesichter und neue Leute. Um Neujahr herum sollen die Boote wieder vom Strand verschwinden. Keine Ahnung, wie das gehen soll. Die Berichte von Hai-Sichtungen häufen sich inzwischen. Wir haben gestern stattdessen eine Gruppe Pinguine

 

 

gesehen. Nichts, womit man wirklich angeben kann.....
Die Kanadier haben unsere Prorainerschriftzüge mit schwarzem Isotape in POOrainer verwandelt und freuen sich riesig darüber.


www.sailcam.tv überträgt die WM übrigens Online. Dort kann man uns also ab 3.1. segeln sehen. Hoffentlich.

So, wir gehen jetzt erstmal ne Zweite Runde Bootfahren. Hab nicht grade viel Lust auf das Geschaukel, aber Eike quengelt.

Gruß Jan Martin

 

Di 29.12.2009 09:44

Moin Moin,

 

 

Heute ist endlich wieder australisches Wetter hier unten. 25 Grd und 20+ Knoten Wind.

Gestern haben wir mal unseren neuen Spi ausprobiert, und er fährt sich einfach großartig.

Alle deutschen Teams sind jetzt am Start, am Strand stapeln sich inzwischen die 14s und auf dem Wasser wird es auch immer voller.

Wir waren heute Wellenreiten, bedeutet, wir sind aus den Heads auf den Pazifik rausgefahren. Extrem hoher Schwell. 4m und mehr, also gewaltige Wasserberge. dafür nur alle Minute einer. Wir sind eine Weile gegen an gesegelt und haben dann den Spi gezogen und sind die Wellen runter gesurft. Irre!

Heute Abend ist Party bei den Kanadiern. Wird bestimmt lustig.

Ich habe heute auch selber den ersten Hai gesehen. Wir lagen grade ganz aus Versehen auf der Seite und Eike schwamm im Wasser. Da hab ich ihn lieber nicht auf den Hai aufmerksam gemacht. Wirklich schade, dass meine Kamera ertrunken ist....

 

Gruß Jan Martin

 

Fr 01.01.2010 11:51

Moin Moin,

Frohes Neues Jahr euch allen! Wir waren gestern Abend an der Harbourbrigde zum Feuerwerk gucken. Irre! Das größte Feuerwerk der Welt, und man steht mitten drin! Die Funken regneten quasi direkt auf uns runter. Der Silvesterabend selber war sehr entspannt. Die Deutsche Flotte saß zwischen ungefähr einer Million anderen Leuten auf der Wiese unter dem Nördlichen Brückenpfeiler und picknickte.

 

 

Das lag daran, dass am Abend vorher die spätestens seit Warnemünde berüchtigte Team Race Party stattfand.
Dabei müssen sich alle teilnehmenden Nationen durch ein Spiel oder eine Aufführung vorstellen.
Das Deutsche Spiel hieß Dosenstechen, der eine oder andere mag es kennen, und verwandelte den gediegenen Yachtclub in Null Komma Nix in eine Bierpfütze mit Spritzenden Bierfontänen aus ca. 140 Bierdosen. Die Japaner führten ihr berühmtes "Junglefire" vor, bei dem es darum geht, sich die Schamhaare anzuzünden. Die Kanadier durften ihr Spiel, bei dem es darum ging, Leute von der Plattform ins Meer zu werfen nicht machen und Axel erzählte uns später, dass die Auflage für das Deutsche Spiel war, dass es "Sauber und gesittet" zugeht.
Schuss in n Ofen. Anschließend ging es weiter Richtung Stadt, mit einem Stopp am Strand, den die Kanadier nutzten, um nur mit Trapezhosen bekleidet schwimmen zu gehen und der Rest, um weitere Dosen zu stechen.
Ikke Ikke Ikke! heißt übrigens Ex Ex Ex! auf Japanisch! Im Interesse der Völkerverständigung mussten wir so einer Aufforderung natürlich nachgehen. Der Abend endete mal wieder im Manly Boatshed bei Livemusik und viel getanze.
Heute stand dann Boot für die WM fitmachen auf dem Programm. Bedeutet: Schleifen, Polieren, alle Leinen checken, den neuen Spi und die guten Segel anknoten, nochmal den Riggtrimm checken, ein paar neue abgekuckte Systeme installieren etc.
Morgen geht´s endlich los. Langsam stellt sich diese Aufregung vor der Regatta ein. Wir haben uns im Vorfeld mit ein paar Booten angeglichen und waren eigentlich ziemlich gut unterwegs. Haben sogar 2x das Englische Speedwaveboot versegelt.
Inzwischen hab ich das Gefühl, dass das ganze Platzierungsmäßig doch kein Volldesaster wird.
Aber morgen wissen wir mehr.

Gruß Jan Martin

 

So 03.01.2010 11:02

Moin Moin liebe Sportbegeisterte.

Endlich ist es soweit, es wird um die Wette im Kreis gesegelt!

Gestern liefen die Invitationraces, aufgrund von Windmangel (das erste Mal in 2 Wochen) leider nicht in der City, sondern vor Manly, und zwar irgendwie doch mit allen 100 Booten an der Startlinie, bei fast Null Wind. Irgendwie schafften wir es im ersten Rennen in den Top 20 zu finishen, keine Ahnung wie. Die anderen Rennen liefen dann eher im üblichen Rahmen ab.

Gestern Abend gab es dann wieder einen netten Abend mit ganz viel Freibier und Völkerverständigung.

Heute ging es dann richtig zur Sache. 2 von 5 Qualifikationsrennen um festzuhalten, wer in die Gold und wer in die Silverfleet kommt. Eike und ich erwischten den späten Start, was gut war, denn der Wind setzte heute erst Später ein. Wir konnten uns durch die Dichten Regenschleier die vielen Startversuche der ersten Flotte anschauen. Die beiden ehemaligen Weltmeister Archie und Rob fuhren so aggressive Starts, das nach 5 Gesamtrückrufen die Black Flag gezogen wurde. Folge: Besagte Weltmeister und 8 weitere Boote wurden erstmal disqualifiziert.

Dann gingen irgendwann unsere Rennen los. Wir fuhren einen guten Start und bei 10-15 Knoten Wind, und hielten uns auch an der Kreuz gut.

Man musste gut aufpassen, die richtige Seite zu wählen, da man Wind, Welle und Strom bedenken

musste. Wir hatten dabei ein recht gutes Händchen und hielten uns beständig im Hauptfeld. In der Nähe der Luvtonne stand dann die schon erwähnte lange Pazifikwelle etwa 4-5m hoch.

Es ist schon beeindruckend, wenn das Boot direkt vor einem bis zur 1. Saling im Wellental verschwindet und dann zurück unter Spi surfen.

Das hatten wir ja schon geübt und wir wurden heute mit 2 mal 28. Platz in unserer Gruppe aus 56 Botten belohnt. Das bedeutet bestes Deutsches Boot aus unserer Gruppe. und das immerhin mit GER 88,96 und28 als Konkurrenten. Das Niveau hier ist insgesamt sehr hoch. Die Aussies können was. Erwähnenswert noch die 1. Luvtonne im 2. Rennen, wo sich bei dicken Drückern eine Menge Boote ablegten, unter anderem der amtierende Europameister.

Insgesamt ein extrem geiler Regattatag. Mehr davon. Morgen ist Leichtwind angesagt, also wird das wohl unser Streicher. Bis jetzt haben wir 9 Boote Puffer nach hinten für unsere Goldquali.

 


Gruß Jan Martin
Proudly crewing GER 37

 

Mo 04.01.2010 08:08

Moin Moin,

Kurzer Bericht vom zweiten Tag: Wir hatten heute den ersten Start, also leichten Wind also schlecht für uns.
Der Start und die erste Kreuz leifen ganz hervorragend, wir gingen etwa als 20. von 54 um die Luvtonne, als 2. Deutsches Team von 5.
Die Segelbedingungen waren eher moderat, keine hohen Wellen, etwa 10-12 Knoten Wind, dafür viele Böen, Dreher und Löcher.
Also eigentlich überhaupt nicht unsers. Trotzdem fuhren wir einen erstaunlich guten Boatspeed, der sich durchaus mit den Booten in der Top Twenty messen konnte. Allerdings offenbart dieses vorne segeln unsere massiven Taktischen Defizite.
Wir haben uns an der 1. Luvtonne ziemlich ab laschen lassen und standen ohne Speed in der Abdeckung.

In der 2ten Kreuz hefteten wir uns einmal mehr an Stewart, den Australischen KV Präsidenten.
Weitere 5 Boote verloren wir, als wir mit einem Baum kollidierten! Etwas unerwartet, aber gut. Dadurch fuhren uns auch Eike und Georg wieder durch, die vorher gekentert waren.
Wir haben wieder das große Duell der Segelmarken ausgefochten, Zhik gegen Prorainer, mit dem Unterschied, dass sich diesmal das Zhik Boot durchgesetzt hat.
Insgesamt haben wir beim Zieldurchgang 19 Boote hinter uns gezählt, und wenn noch ein paar abgebrochen haben, halten wir mit Glück die Goldfleet. Ergebnisse hängen noch nicht aus, aber gleich geht hier das Social Event los, und da kann ich nicht mehr schreiben.
Also etwas ernüchternd heute, aber es gibt ja noch zwei Qualirennen.

Gruß Jan Martin

 

Mo 04.01.2010 11:22

Nochmal kleiner Nachtrag:

Ergebnisliste hängt, wir haben nen 34. gefahren und sind damit 4. Deutsches Boot.
Archie führt, danach Mark Krstic, Deutsche sind:
Mark und Edda, Ert, Passion Fingers, Wir, Eike und Georg, Axel und Felix, Björn und Ollo, Jens und Bettina, Peter und Porno, Wiggers.
Morgen haben wir 2ten Start. Vorausgesagt sind 20-25 Knoten!
Rock´n´Roll!!!


Gruß Jan Martin

 

 

 

 

Mi 06.01.2010 09:44

So liebe Freunde,

nachdem ich den gestrigen Tag ausgelassen habe, hier ein weiterer Bericht aus Sydney:


Desaster Dienstag reloaded. 5.1.10

Gestern war Wind angesagt. soweit so gut. Eike und ich immer noch auf Goldfleetkurs und 20kn + sind ja eigentlich unser Revier.
Wir hatten den Späteren Start und konnten uns das erste Rennen so von den Klippen aus anschauen.
So wurden wir Zeuge, wie Team Immac Goldfinger als erstes Boot an der Luvtonne ankam. Allerdings ohne Großsegeln und im Schlepp hinterm Motorboot mit gebrochenem Ruder. Mit dem vorherigen OCS wegen Frühstart lagen damit die ersten Deutschen Silverkandidaten fest.
Überhaupt war schon das erste Rennen geprägt von Kenterungen und Starkwind, und zum Nachmittag sollte es auffrischen.
Wir zogen nach dem Slippen Spi und jagten wie die bekloppten Richtung Startlinie, vorbei am ersten gebrochenen Mast der WM und im Slalom durch liegende Boote. Die Vorstartphase war extrem brutal, mit Böen und Drehern und dazwischen 54 mehr oder weniger segelnde 14s. Die stärkste gemessene Bö war 33 Knoten stark und die anderen standen ihr in nicht viel nach. Also einfach überleben und Punkte sammeln. Unsere Chance die Goldfleet klarzumachen.
Bis kurz nach dem Start in einem hektischen Manöver dann doch auch unser Masttop das Wasser berührte. Kurze Steile Hackwelle, Böen jenseits der 30, und ein zu weit herein geschobenes Schwert führten zu einem Abgebrochenen Schwert und anschließendem Abbergen mit Motorboot. Darauf folge eine lange Nacht voller schleifen, laminieren, schleifen, spachtel, schleifen, mit dem schalen Gefühl, die Goldfleet verspielt zu haben. Aber es gibt ja noch einen Streicher in der Qualifikation.

Letzte Chance: 6.1.10

Sonne. Wind. 18-20kn aus Südost. Unsere Trainingsbedingungen. Vielleicht......

Wir haben wieder mal den zweiten Start. Den mit mehr Wind. Und der Start glückt verdammt gut. Wir kommen als eines der ersten Boote von der Linie weg, fahren eine verdammt gute Startkreuz und erreichen die Luvtonne am North Head (4-5m Welle) als ca. 12. Boot zusammen mit Jarrod und Grant (Vizeweltmeister), die aber beschließen erstmal baden zu gehen statt Spi zu setzen, Alister (Europameister) und Eike und Georg (Geile Typen).

Nach einem Schäumenden Down Wind haben wir

vielleicht 3 Boote verloren, sind also immer noch viel weiter vorne als wir gehören. An der Kreuz überholen uns ein paar heftig gesponserte Aussies, ein britischer Stealthbomber und Ert. An der Luvtonne gehen die Probleme los: Wir verheddern uns in einem Außer Kontrolle geratenen Kandier, der ohne vorfahrt auf uns drauf sackt.
Das kostet die nächsten drei Boote und bringt mir eine saftige Schramme am Arm. 2 überstürzte Halsen später, um einem gekenterten Boot auszuweichen (man merkt, man kommt weiter nach hinten...) sind wir dann langsam wieder da, wo man als über ehrgeiziger deutscher 14 Anfänger hingehört. Im Mittelfeld.
Lange Rede kurzer Sinn: 28. Platz, nicht zu schlecht, aber zusammen mit dem DNF von gestern feheln uns insgesamt DREI Punkte zur Goldfleet. Der letzte drin hat 115, wir haben 118. Allerdings haben wir seit gestern noch 4 Punkte geholt.
Unser Ergebnis bisher: 28. 29. 34. DNF 28.
Hätten (Scheißwort) wir gestern auch nur als letzter gefinished, wären wir drin. So macht uns einmal mehr unser Boot einen Strich durch die Rechnung, zuletzt gesehen bei der Deutschen Meisterschaft.

Nochmal zum Mitschreiben die Deutschen Teams in Reihenfolge (hoffe ich):
Goldfleet:
Mark und Edda, Ert, Passion, Eike und Georg, Jens und Bettina (letzter Platz)
Silver:
Wir, Axel und Felix, Peter und Porno, Björn und Ollo, Wiggers.


Drei Punkte. Drei verdammte Punkte.
Naja, Go for Silver! Aber erstmal n Bier. Oder 10.

Gruß Jan Martin
Silver Fleet.

 

Mi 06.01.2010 09:47

Aber da war noch...

http://www.youtube.com/watch?v=_MzXXh8uZMQ

Etwa 20. Platz, am Montag aufgenommen.
Die Bedingungen hier kommen überhaupt nicht rüber, nehmt mal Wind und Welle mal 5.

Gruß Jan Martin

 

 

Do 07.01.2010 10:54

Alles Scheiße!

 

Siehe Überschrift.

Bericht folgt Morgen.

 

„…Aber die Ergebnistabelle hielt für die deutschen Youngsters mit GER 37 eine bittere Erkenntnis bereit, denn letztendlich trennten

sie 3 mickrige Punkte vom Erreichen der Gold Fleet. Hätte, wenn und so weiter. Die beiden fanden sicherlich tausend Argumente, wo diese 3 Punkte auf dem Kurs liegen geblieben sind, trotzdem muss man anerkennend sagen, dass sie sich ausgesprochen tapfer gehalten haben. Dafür, dass die beiden als eines der jüngsten Teams im Feld antreten und erst ihre 3. Saison im 14 zusammen bestreiten, haben sie sich die Achtung, die Sympathie und den Respekt der gesamten Flotte ersegelt und können nun in der Silber Fleet beweisen, welches Potential noch in ihnen steckt...“ (Anmerkung der Redaktion)

 

 


Gruß Jan Martin


Sa 09.01.2010 07:59

 

Moin Moin,

Mal wieder ne Mail von mir nach der ganzen Funkstille. Die verpasste Quali hat uns ziemlich getroffen, jetzt ist aber alles wieder OK. Aber der Reihe nach:

Donnerstag: Tiefpunkt.
Als Silverfleet hatten wir den ersten Start für 1 Rennen. Damit hatten wir das Problem, dass wie öfter hier unten, sich der Thermikwind noch nicht durchgesetzt hatte, sondern das wir uns bei 8-10 Knoten Wind durch jede Menge alten Schwell dümpeln mussten. Nicht grade unsere Lieblingsbedingungen. Dazu kam noch ein mauliger Steuermann, ein mauliger Vorschoter und so verbrachten wir die 90 Minuten Regatta hauptsächlich damit, uns gegenseitig anzupöbeln. Dabei herausgekommen ist ein mickriger 23. Platz von etwa 45.

Freitag: Aufsteigender Ast.

Die Goldfleet hat den ersten Start um 11 Uhr, anschließend wir, es sind zwei Rennen pro Flotte angesetzt.
Morgens erstmal große Enttäuschung: Startverschiebung wegen zu wenig Wind. Noch weniger als gestern. Wir befürchten schon das Schlimmste.
Die Goldfleet hat im ersten Rennen schlimmste Dümpelbedingungen. Die Deutschen Boote halten sich ziemlich hinten versteckt. Gegen 14:00 setzt sich allerdings die Sonne durch und sorgt für Thermik. Bedeutet: 20+ Knoten Wind, Sonne, Türkis schimmerndes Wasser mit weißen Schaumköpfen. Leichte Welle zum springen. Perfekte Segelbedingungen. Das Motiviert doch glatt, den Spaß am Segeln wiederzufinden. jedenfalls nach der ersten Runde im ersten Rennen. Leider steht zwischen unserer Top Ten Platzierung und dem Ziel die erste versaute Halse der Regatta mit anschließendem Baden. Also reicht es nur für einen 16. Platz. Im zweiten Rennen frischt der Wind noch ein wenig auf und entwickelt kräftige Böen.
Das sorgt für anständige Spi Ritte. Der Kurs liegt heute zwischen einer Bucht und dem Fahrwasser was zwei Konsequenzen hat: Es ankern jede Menge Motorboote mit Anglern und Badenenden auf der Bahn, die sich überhaupt nicht stören lassen. Und: Nachdem die erste Gruppe mit uns drin die Luvtonne gerundet hat fährt eine Fähre (verdammt groß, ca. 70m) zwischen Luvtonne und Verholertonne durch und schneidet ein paar 14s den Weg ab. Tatsächlich gefällt uns das segeln so gut, dass wir nach den Rennen noch ein bisschen Spi ziehen und rumheizen.
Insgesamt liegen wir nach diesem Tag auf Platz 9 in der Silverfleet. Das ist ziemlich ok, da es eine Menge gute Segler in der Flotte gibt.
Da am nächsten Tag Layday ist, geben die Kanadier eine große Party in ihrem Haus. Eike kommt an diesem Abend in den Genuss der Englischen Tradition, Leuten, die auf Partys einschlafen die Linke Augenbraue abzurasieren. Allerdings ist er damit in elitärer Gesellschaft von unserem Europameister.

Samstag: Layday.

Keine Regatten heute. Die Deutschen fahren entweder in die Berge oder gehen in den Zoo.

Ich habe uns mit einem Australier verabredet um sein 16 Foot Skiff auszuprobieren. 3 Mann im Trapez, Großer Spi, Viel Segelfläche, 80 kg. Wieder ein herrlicher Januartag mit einer Menge Sonne und Seabreeze. Sixteen segeln ist sowas von entspannt. Ziemlich schnell, aber angenehm zu fahren. Man kann sich sogar beim segeln unterhalten ohne zu schreien, da man schön in einer Reihe über Wasser steht. Allerdings neigen die Boote ziemlich zum Nosediven.
Im Gegenzug nimmt Eike Andew, den Sixteen Besitzer, jetzt grade auf unserer 14 mit. Bin gespannt was er sagt. In diesem Wind ist eine 14 um Längen brutaler. Andrew meinte, wir könnten bei ihm als Crew anfangen.

Heute Abend ist grillen am Strand angesetzt und die nächsten Tage haben wir noch 3 Rennen vor uns. Vor uns sind die Boote dicht zusammen und unser Bootspeed ist bei mehr Wind ziemlich gut. Vielleicht geht da noch was.

Gruß Jan Martin

 

 

 

So 10.01.2010 08:44

Moin Moin.

Es läuft wieder. Heute Morgen waren 2 Rennen angesetzt, also Start um 11. Da hier der Wind hauptsächlich über Thermik funktioniert, lässt das leichte Winde befürchten. Zum Glück kam alles anders und gegen 10:45 setzte die Seabreeze ein und bescherte uns schön konstante 20 Knoten.
Nach einem sehr guten Start legten wir eine sehr gute Kreuz hin, in der wir unseren Vorsprung auf Axel auf Silverfinger ausbauen konnten und als 3. um die Tonne gingen. Björn und Ollo beeindruckten mit überragendem Downwind Speed und schossen einfach an uns vorbei. Kurz vor der Leetonne hatten wir etwas Schwierigkeiten die letzte Halse einzuleiten und verloren Silverfinger.
Die Zweite Runde brachte uns noch mehr Wind und einen gerissenen Unterliekstrecker kurz vor der Luvtonne. Ich sag euch, 20+ kn WInd und ein weit geöffnetes Unterliek sind keine gute Kombination. Zum Glück war die Zielkreuz kurz und der Speed in der zunehmenden Welle irre schnell, sodass wir es am Ende als 6. ins Ziel schafften.
Unter den vorderen 20 Booten wurde also eine Enge Starkwindregatta bei besten Bedingungen ausgesegelt. Die hinteren 25 Boote hatten allergrößte Schwierigkeiten, überhaupt um den Kurs zu segeln. Also entschied die Wettfahrtleitung zu unserer großen Enttäuschung, dass das 2. Rennen der Silverfleet auf Morgen verlegt wird.
In der Gesamtwertung kommt heute der Streicher herein, so dass wir endlich unseren unrühmlichen 23. Platz vom Leichtwindtag loswerden.
Damit haben wir jetzt auf dem Konto: 4. Quali, 16. 11. 6. ergibt: 37! Segelnummer= Punktzahl.
Insgesamt stehen wir damit auf Rang 8, einen Punkt hinter dem 7. und mit 5 Punkten Polster nach hinten.
Die Goldfleet hatte auch schöne Windbedingungen und wir freuen uns alle, dass Georg und Eike mit Plätzen 13 und 6 endlich mal gezeigt haben, was in ihnen steckt und das dieser Haufen Altplastik, den Ovington ihnen angedreht hat zum ersten Mal hält!
Die weiteren Deutschen Ergebnisse waren leider eher enttäuschend. Ich habe nur das erste Goldrace wirklich gesehen, aber da war Ert im hintersten Teil des Feldes. Danach folgte viel freie Fläche und dann mit jeweils ca. 3-500m Abstand Passion, Bettina und Jens und Mark und Edda.
Archie führt immer noch insgesamt. Echt beeindruckend, was er hier abliefert. Im ersten Rennen hat er sich auf die Nase gelegt und trotzdem noch Top 5 gefinished.
Morgen ist der letzte Regattatag hier und anschließend das Prizegivingdinner in der Sydneyoper. Es ist wieder Wind angesagt und die Silverfleet muss noch 2 Rennen durchziehen und die Goldfleet eins. Es bleibt spannend hier unten.

Gruß Jan Martin

PS: Es ist so warm, dass man es kaum aushält!

Gruß Jan Martin

 

So 10.01.2010 09:31

Moin Moin.

Hier noch die Bilder vom Tag von der Bahn.

http://picasaweb.google.com/christophephotographe/2010I14WORLDCHAMPIONSHIP10thOFJANUARY#

Gruß Jan Martin

 

Di 12.01.2010 08:50

Moin Moin,

Kann erst heute schreiben, da wir gestern einen unheimlich stressigen Tag hatten mit Segeln, Boote packen und Prizegivingdinner.

Nach dem Aufstehen ließ das Wetter noch hoffen, da hatten wir noch anständig Sonne. Da wir hauptsächlich auf Thermik angewiesen sind bedeutet Sonne gleich Wind. Ohne Sonne gleicht der Harbour eher dem Ratzeburger See. Mit Böen, Löchern, Drehern, klar bevorteilten Seiten usw. Genau diese Segelbedingungen erwarteten uns gestern.
Axel und Felix stehen als Gewinner bereits fest und brauchen nicht mehr zu segeln. Die Silverfleet benötigte dieses Mal zum ersten Mal auch mehrere Startversuche und nach einem geglückten Start dümpelten 45 Fourteens langsam mit Steuermann im Trapez und Vorschoter an der Wante Richtung Luvtonne. Wir runden souverän als 3. Boot, aber mit einigen Booten direkt hinter uns. Spisetzen läuft gut, Manöver auch, Kreuzspeed ok, aber gleich beim ersten Downwind wählen wir die Wandseite die zwar wie erwartet einen Vorteilhaften Dreher bereithält, aber leider auch viel weniger Wind als die andere Seite. Schöne Tonnenrundung, Spi runter und bis zur Luvtonne haben wir wieder 3 der verlorenen Boote geholt. Nächster Downwind, diesmal etwas besser, aber an der Tonne wird es eng mit vielen Booten und wir kommen schlecht dabei raus. An der dritten Kreuz sind wir endgültig erledigt: ein Japaner nimmt uns die Vorfahrt und wir müssen zwei hastige Wenden fahren, bremsen ein und verlieren einen ganzen Packen Boote.
Das Ende vom Lied: ein schlechter 18. Platz. Nächste Überraschung in der Ergebnisliste: Peter und Porno haben endlich mal ihr Boot heilgelassen und sind nun knapp vor uns. Wir beenden also die WM in Sydney als 9. in der Silverfleet.
Ich denke, die Goldfleet wäre zwar schön gewesen und auch ein großer Erfolg für uns, aber wir hatten in der Silver das bessere Wettsegeln. Wir hatten genug starke Gegner zum matchen, aber keine 50 Boote vor uns.
In Gold war auch schon alles klar, Archie brauchte das letzte Rennen nicht einmal mehr zu segeln.

Anschließend Prizegivindinner im Opera House. Naja fast. Eigentlich kein wirkliches Dinner sonder nur Fingerfood und auch eigentlich nicht im Opera House sondern in einem festen Zelt davor. Jedenfalls waren die Klos in der Oper. Aber Prizegiving gab es. Archie und Axel mussten eine Rede halten. Der Wettfahrtleiter hielt eine tolle Ansprache mit dem denkwürdigen Satz: "Warum sollte noch irgendjemand 470 oder 505 segeln wollen, wenn es 14s gibt?" Außerdem gab es Kellnerinnen, die mit Tabletts mit Freibier durch de Menge liefen.

Erwähnenswert ist noch die Crewsunion, die Vorschotergewerkschaft, die Steuerleute bestraft, die sich Verfehlungen geleistet haben. z.B. Archie fürs gewinnen, Heywire für seine große Klappe und Peter "...because he´s German!" Die bestreffenden Steuerleute mussten in Frauenkleidern ein Australisches Volkslied singen.
Neu aufgenommen wurde u.a. Ischi aus Japan ehrenhalber. Er hat sich unheimlich gefreut. Gegen 12 war das Prizegiving zu Ende und wir fuhren zurück nach Manly, genossen vom Achterdeck der Fähre ein tolles Panorama der Skyline bei Nacht und Stürmten anschließend mit ca. 80 Mann den Boatshed, unsere Stammkneipe bis die auch irgendwann zumachte. Dann ging’s für ein paar von uns noch weiter zu den Kanadiern.
Übrigens: der 16ner Segler, den wir mitgenommen hat beschlossen auf 14 umzusteigen, weil es einfach so viel extremer ist.
Die Engländer sind -so merkwürdig das klingt- in Syney eingeschneit, da ihre Flüge nach Hause abgesagt sind wegen dem Schneechaos.
Na hoffentlich kriegen wir das hin.
Soviel erstmal von mir, der Container ist gepackt, die WM zu Ende. Morgen geht´s nochmal nach Sydney ein bisschen Sightseeing.

Gruß Jan Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

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